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Erhängungstot für Sadam
simple am 03.01.2007 um 03:03 (UTC) | | | Der ehemalige irakische Präsident Saddam Hussein ist in Bagdad zum Tode verurteilt worden. Im Prozess um die Ermordung von 148 Schiiten im Jahre 1982 verhängte das Hohe Strafgericht die Höchststrafe gegen den Ex-Staatschef.
Saddam Hussein bei seinem Auftritt vor einem irakischen Gericht.
Saddam Hussein bei seinem Auftritt vor einem irakischen Gericht.
© dpa
Sollte das Urteile Bestand haben, wird Saddam Hussein wahrscheinlich nicht mehr wegen all der anderen Verbrechen vor Gericht kommen, die ihm außerdem vorgeworfen werden. Dazu gehören:
- IRAN-IRAK-KRIEG: Die UNO macht Saddam Husseins Regierung für den von 1980 bis 1988 dauernden Krieg verantwortlich. In dem Konflikt starben nach Schätzungen etwa eine Million Menschen. Die iranische Regierung hat in diesem Zusammenhang Völkermord-Anklage gegen Saddam Hussein erhoben.
- GOLFKRIEG: Am 2. August 1990 rollten irakische Panzer in Kuwait ein und annektierten das ölreiche Emirat als 19. irakische Provinz. Nach siebenmonatiger Besatzung wurden die Iraker durch eine US-geführte Koalition aus Kuwait vertrieben. Kuwait will Saddam Hussein ebenfalls vor Gericht stellen.
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Hussein-Urteil
* Saddam Hussein vor Gericht
* Saddam zwei Tage nach Todesurteil wieder vor Gericht
* Hintergrund: Despoten vor Gericht
* Chronologie: Der Prozess gegen Saddam
* Saddams lange Liste von Verbrechen
* Ex-Diktator nur eine Fußnote des täglichen Terrors
- SCHIITEN-AUFSTAND: Nach der irakischen Niederlage im Golfkrieg ermunterten US-Truppen die Schiiten im Süden des Irak zum Aufstand. Die Regierung in Bagdad unterdrückte die Bewegung blutig, zehntausende Schiiten starben bei Massakern um die heiligen Städte Nadschaf und Kerbela sowie nahe Hilla und Basra.
- BARSANI-STAMM: 1983 sollen irakische Truppen unter Saddam Husseins Befehl 8000 Mitglieder des kurdischen Barsani-Volksstamms in der Wüste zusammengetrieben und getötet haben.
- SCHIITENFÜHRER: Seit dem Beginn des Iran-Irak-Kriegs 1980 sollen eine Reihe von schiitischen Religionsführern auf Befehl des Sunniten Saddam Hussein ermordet worden sein.
- MENSCHENRECHTSVERBRECHEN: Unter Saddam Hussein wurden Regierungsgegner systematisch gefoltert, eingeschüchtert und hingerichtet.
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Der Prozess gegen Saddam Hussein wegen der Ermordung von 148 Schiiten aus dem Dorf Dudschail dauerte mehr als ein Jahr - eine Vollstreckung des verhängten Todesurteils könnte sich einige Monate hinziehen. Mit dem Todesurteil gegen den einstigen irakischen Machthaber wurde automatisch ein Berufungsverfahren eingeleitet.
Für die Prüfung zuständig sind die neun Richter der Berufungskammer des im Dezember 2003 eingerichteten Sondertribunals. Die Berufung kommt aber eher einer Revision gleich: Geprüft werden Urteil und Strafmaß auf mögliche Verfahrensfehler oder Gesetzesverletzungen.
Sollten die Richter auf Fehler stoßen, wird der Prozess neu aufgerollt. Sollten sie aber das Urteil bestätigen, muss es nach den Statuten des Tribunals binnen 30 Tagen vollstreckt werden. Bis zur Antwort der Richter könne es "zwei Wochen, aber auch zwei Monate dauern", sagt Chefankläger Dschaafar el Mussawi. Laut den Statuten sind die überprüften Urteile des Tribunals endgültig: Nicht einmal der Präsident kann die Todesstrafe umwandeln oder Verurteilte begnadigen.
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